Projekt Kommunales Wasserhaus

Hintergrund

Die ausreichende Versorgung mit Frischwasser ist schon heute eines drängendsten Probleme der Welt. Besonders betroffen sind Entwicklungs- und Schwellenländer in südlichen Regionen. Das Problem wird sich angesichts von Bevölkerungswachstum, Klimawandel und Verknappung der natürlichen Ressourcen weiter verschärfen.

Der sparsame, rationelle Umgang mit Wasser einschließlich der mehrfachen Verwendung bietet einen möglichen Zugang, die Situation zu entspannen. Technologien dafür sind vorhanden. Sie müssen in enger inernationaler Kooperation von Fachleuten unter Mitwirkung der betroffenen Bevölkerung zügig umgesetzt werden. Dabei sind soziale, Umwelt-, Energie- und Kostenaspekte gleichermaßen zu berücksichtigen.

Lösungsansatz: Kommunales Wasserhaus

Das Wasserhaus führt alle mit dem Wasserverbrauch verbundenen Aktivitäten der Bevölkerung einer Kommune – Trinkwasserentnahme, Waschen von Wäsche und Körperhygiene – in einem speziell ausgestalteten Gebäude, dem Kommunalen Wasserhaus, zusammen. Seine technische Ausrüstung umfasst Technologien zur Wasserreinigung und zur Wassermehrfachnutzung (über eine Brauchwasseranlage), die solare Luft und Wassererwärmung für die Raumklimatisierung und die Bereitstellung von erwärmtem Brauch- und Frischwasser sowie Module zur solare Elektroenergieerzeugung. Erfolgt die Wasserversorgung über ein Bohrloch, kommt eine solargetriebene Pumpe zum Einsatz. Für die Fäkalentsorgung des Wasserhauskomplexes werden Komposttoiletten eingesetzt. Diese dienen auch dazu, die Reststoffe aller Technologien zu entsorgen und landwirtschaftlich nutzbaren Kompost herzustellen. Das Management liegt in den Händen der lokalen Bevölkerung, die sich durch das Wasserhaus neue Einkommensmöglichkeiten erschließt.Die Hälfte des Wasserverbrauchs kann durch wiederaufbereitets Wasser bereitgestellt werden

Die Effizienz der Wassernutzung kann im Wasserhaus um das Zwei- bis Dreifache verbessert werden. Mit der gleichen Wassermenge lassen sich daher mehr als doppelt so viele Menschen auf hohem Niveau versorgen. Die Kosten liegen im Rahmen des für die konventionelle Versorgung erforderlichen Aufwandes.

BMBF-Projekt Eastern Cape Südafrika

Für die Umsetzung des Konzeptes sind weitere F&E-Arbeiten erforderlich, um die an sich vorhandenen und ausgereiften Technologien an die Situation in der Region anzupassen und auf die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung hin zu optimieren. Der BMBF hat dafür eine Förderung gewährt, die es den mitwirkenden Firmen ermöglicht, diese Forschungsarbeiten mit einem vertretbaren Risiko durchzuführen.

Das Projekt wird in der Ikwezi Local Municipality in der Provinz Eastern Cape in Südafrika umgesetzt. Die Gemeinde liegt in der Großen Karoo und gehört zu den trockensten Gebieten des Landes. Das wenige verfügbare Trinkwasser ist von schlechter Qualität. Das Wasserhaus kann daher zur Lösung der dringendsten Probleme beitragen und die Orte für die Bevölkerung attraktiv halten.

Vorgesehen ist der Bau einer Pilot- und Demonstrationsanlage, in der die erforderlichn F&E-Leistungen erbracht und das Zusammenspiel mit der Bevölkerung erprobt werden können. Flankierend laufen Ausbildungs-programme sowie Aufklärungsarbeiten zu Hygienefragen und zur Krankheits-vorsorge, eingebunden in südafrikanische zentrale Programme.

Bearbeitungsnetzwerk

Das Bearbeitungsnetzwerk umfasst 7 deutsche Firmen und Institutionen und 5 südafrikanische Partner. Die Ikwezi Local Municipality als zuständige Administration hat die Projektimplementierung in der Demonstrationsanlage übernommen und wird die Lösung in anderen Verwaltungsgebieten verbreiten. Das Department of Science und Technologie unterstützt das Projekt im Rahmen seiner Initiative zur nachhaltigen Wasserversorgung in ländlichen Regionen und Ballungsräumen.